Konferenz und Workshop "Create your Future"

Der 7. September stand für uns als Kinder-Krebs-Hilfe ganz im Zeichen einer aktuellen großen Herausforderung: der Integration ehemaliger PatientInnen in die Berufswelt. Doch was hat das Thema Arbeit überhaupt mit Krebs im Kindes- und Jugendalter zu tun?

Erwachsene, die als Kind oder Jugendliche/r Krebs hatten, sollen in ihren Zukunftsperspektiven und Berufschancen anderen um nichts nachstehen. Da eine Krebserkrankung im Kindesalter jedoch häufig Spuren hinterlässt, die sich auch oft erst Jahre später bemerkbar machen, stehen ehemals Betroffene am Weg in den Beruf vor vielen Herausforderungen und Hürden.

Diese Herausforderungen stellten wir im Rahmen eines Workshops mit Survivors in den Mittelpunkt. Ganz unterschiedlich sind jedoch die Spätfolgen der Krebserkrankung und damit auch die Herausforderungen: Eine Survivorin berichtete von immer wiederkehrenden Schmerzen im Bein, an dem sie aufgrund der Krebserkrankung operiert wurde. Doch in ihrem Job und an ihrer Arbeitsleistung behindert sie das nicht. Andere wiederum beschrieben von Erschöpfungszuständen, Konzentrationsschwächen und dem Bedürfnis nach mehr Pausen und flexibleren Arbeitszeitmodellen.

Beim parallel stattgefundenen Workshop mit HR-Verantwortlichen wurden auch Vorbehalte angesprochen, die für sie mit der Anstellung von Survivors einhergehen. Darunter war beispielsweise die Befürchtung häufiger Krankenständen und eine generell vorhandene Unsicherheit im Umgang mit ehemals Betroffenen. 

Diesen Unsicherheiten und fehlenden Informationen möchten wir begegnen. Ein Schritt in diese Richtung war die Konferenz „Wege in die Berufswelt nach Krebs im Kindes- und Jugendalter“ am Nachmittag, bei der wir als Kinder-Krebs-Hilfe dafür Bewusstsein schaffen wollten, dass viele Erwachsene, die als Kind oder Jugendliche/r Krebs hatten, aufgrund ihrer Spätfolgen der Erkrankung Unterstützung benötigen, um am Arbeitsmarkt erfolgreich Fuß zu fassen. Denn geheilt heißt nicht immer gleich gesund. Seit 2012 begleiten wir Survivors deshalb gemeinsam mit dem Aus- und Weiterbildungsunternehmen die Berater® mittels individuellem Coaching auf ihrem Weg in die Berufswelt.

Hierzu braucht es auch Firmen und Organisationen, die Survivors eine Chance geben, in ihrem Betrieb Berufserfahrung zu sammeln. Die Konferenz war der erste Schritt, um Unternehmen und Organisationen über die Potenziale und Stärken von Survivors zu informieren, die sie vielleicht gerade durch die Erkrankungen entwickelt haben und gleichzeitig auch Möglichkeiten aufzuzeigen, wie mit etwaigen Spätfolgen am Arbeitsplatz umgegangen werden kann. Das brachte auch eine Survivorin im Rahmen ihres Vortrages auf der Konferenz auf den Punkt: „Ich habe durch meine Erkrankung schon so einige Schlechtwetterphasen hinter mir, aber gerade durch meine Erkrankung habe ich Stärken in mir entdeckt und Kompetenzen entwickelt, die andere nicht haben.





 

 

Podiumsgespräch zum Thema Berufschancen für Survivors schaffen

Abbildung:
Podiumsgespräch zum Thema Berufschancen für Survivors schaffen

(c) ÖKKH 2016

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