Podiumsdiskussion

Unter Moderation von Tarek Leitner und der Anwesenheit von BM Alois Stöger fand gestern, dem 3. 6. 2014, im St. Anna Kinderspital die Podiumsdiskussion zum Thema der „Interdisziplinären Versorgung des krebskranken Kindes: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ statt.

Anlass der Veranstaltung war die Veröffentlichung einer europaweiten Studie, laut der die Österreichische Kinderonkologie die höchsten Überlebensraten zu verzeichnen hat. Der Europa-Durchschnitt liegt hierbei in den ersten fünf Jahren bei 81 %, in Österreich sind es mehr als 87 %!

Die ExpertInnen diskutierten am Podium, wie es zu diesem überaus erfreulichen Ergebnis kommen könne und präsentierten in diesem Zusammenhang auch das kürzlich erschienene Buch „Das krebskranke Kind und sein Umfeld“, herausgegeben vom psychosozialen Leiter des St. Anna Kinderspitals, Dr. Reinhard Topf. Die Kombination der drei Säulen in der pädiatrischen Onkologie in Österreich – die medizinische, pflegerische und psychosoziale – würden sich unterstützend auf die Genesung der PatientInnen auswirken.

Für die Zukunft forderte Survivorin Carina Schneider - stellvertretend für ehemals Betroffene – das Schließen einer Versorgungslücke in der pädiatrischen Onkologie:
„Gerade in Bezug auf mögliche Spätfolgen ist eine kontinuierliche Nachsorge für uns als Gesundheitsvorsorge von großer Relevanz. Der in den letzten Jahren von Survivors und MedizinerInnen europaweit entwickelte Survivorship-Passport soll eine Unterstützung und eine „Datenbank“ für eine adäquate Langzeitnachsorge sein, die es aber bis dato in Österreich nicht gibt. Daher fordern wir eine auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Langzeitnachsorge“, sagte Schneider am Podium.

Gesundheitsminister Alois Stöger nannte abschließend u. a. als Herausforderungen für die kommenden Jahre die Errichtung des ersten Kinder- und Jugendrehazentrums und mehr Sensibilität für die speziellen Anliegen von Survivors.

Am Podium diskutierten:
Bundesminister für Gesundheit – Herr Alois Stöger
Univ. Prof. Dr. Wolfgang Holter – Ärztlicher Direktor des St. Anna Kinderspitals
Univ. Prof. Dr. Reinhold Kerbl – Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Univ. Prof. Dr. Heinrich Kovar, wissenschaftlicher Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung
Mag. Dr. Ulrike Leiss, Klinische Psychologin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Vorstandsmitglied der GPOH
Univ. Prof. Dr. Irene Slavc – Neuroonkologin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Reinhard Topf, Leiter der Psychosozialen Abteilung des St. Anna Kinderspitals
Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Sperl – Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Landeskrankenhaus Salzburg; Beirat Initiative Kinder- und Jugendlichenrehabilitation in Österreich
Frau Carina Schneider - Survivorin


 

 

v. r. n. l.: Wolfgang Sperl, Heinrich Kovar, Irene Slavc, Reinhard Topf, Reinhold Kerbl, Alois Stöger, Wolfgang Holter, Carina Schneider, Ulrike Leiss

Abbildung:
v. r. n. l.: Wolfgang Sperl, Heinrich Kovar, Irene Slavc, Reinhard Topf, Reinhold Kerbl, Alois Stöger, Wolfgang Holter, Carina Schneider, Ulrike Leiss

(c) Tobias de St. Julien 2014

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