Die Erkrankung selbst sowie ihre Therapie (chirurgischer Eingriff, Strahlentherapie‎ und der Einsatz von Zytostatika‎ oder anderen Therapieformen) können Spätfolgen sowohl körperlicher als auch psychischer Art verursachen, die sich oft erst nach Abschluss oder auch erst Jahre nach der Behandlung bemerkbar machen. Aus diesem Grund werden PatientInnen nach Abschluss der Therapie über einen langen Zeitraum weiterhin medizinisch und psychosozial betreut. Die regelmäßige Nachsorge ist deshalb so essenziell, da auch bei Wiederauftreten des Tumors oder bei Spätfolgen eine Früherkennung besonders wichtig ist, um erfolgreich behandeln zu können.

Je intensiver die Behandlung war, umso größer ist das Risiko, dass Langzeitwirkungen der Therapie die Lebensqualität des Patienten später in der einen oder anderen Weise beeinträchtigen.

Patienten mit einem erblichen Retinoblastom (also Trägern des Retinoblastomgen‎s) haben, genetisch bedingt, ein deutlich erhöhtes Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite bösartige Krebserkrankung zu entwickeln. Dies gilt in besonderem Maße dann, wenn sie im Rahmen der Behandlung eine externe, also perkutane Strahlentherapie‎ erhalten haben
In der Regel tritt eine Zweitkrebserkrankung erst viele Jahre nach der Behandlung auf. Dabei steigt die Häufigkeit des Auftretens von Zweitmalignomen mit dem Lebensalter.

Erblindung und/oder ein Glaukom (so genannter grüner Star) sind seltene Komplikationen. Sie können durch den Tumor selbst verursacht oder Folge von Strahlen- und Chemotherapie sein.
Vor allem die perkutane Strahlentherapie‎ kann zu Schäden der Netzhaut (so genannte Strahlenretinopathie), zu einem Sehnervenschwund (Strahlenopticusneurophatie und Opticusatrophie), einer Linsentrübung (Strahlenkatarakt) sowie zu einer Schädigung der Tränendrüsen mit entsprechenden Problemen eines trockenen Auges führen. Die Bestrahlung, aber auch die Entfernung des Augapfels (Enukleation) können ein vermindertes Knochenwachstum, zum Beispiel mit Wachstumsstörungen der Mittelgesichtsknochen (Mittelgesichtshypoplasie), begünstigen.

Im Fall der erblichen Form des Retinoblastoms besteht die 50-prozentige Möglichkeit, dass das abweichende Gen später an die eigenen Kinder weitergeben wird. Im Falle einer Schwangerschaft kann eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden, denn sie kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass das abweichende Gen vorhanden ist.