Die Sozialberatung der Kinderklinik steht Ihnen gerne zur Verfügung um Wege zu finden, damit Sie Ihre finanziellen/arbeitsrechtlichen Probleme ohne gravierende Nachteile lösen können.
Untenstehende Möglichkeiten können in Beratungsgesprächen an der Sozialberatung der Kinderklinik mit den SozialarbeiterInnen besprochen werden und wir stehen Ihnen mit unserer Erfahrung zur Seite.
Selbstverständlich können Sie sich auch an die AK oder die für Ihre Berufsgruppe zuständige Vertretung wenden.

Eine Bitte an Eltern von PatientInnen:
Treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen in Richtung Ihres Beschäftigungsverhältnisses. Kündigungen/unbezahlte Urlaube etc., um für Ihr Kind in dieser Situation da zu sein, sollten zuerst besprochen werden, um herauszufinden ob sich nicht andere Wege finden.

Klinikaufenthalt des Kindes

Grundsätzlich muss ein Selbstbehalt (Ausnahme Rezeptgebührenbefreiung) für das Patientenkind (Angehöriger) für max. 28 stationäre Tage (pro Kalenderjahr) bezahlt werden. die Höhe des Selbstbehaltes ist abhängig von der jeweiligen Krankenversicherung. Der Verein KIB bzw. die Versicherung MUKI übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen (Mitgliedschaft/ Wartefrist) diesen Selbstbehalt.
Begleitpersonen können bis zum 7. Geburtstag des Patientenkindes kostenfrei mit aufgenommen werden. Ab dem 7. Geburtstag ist eine gesonderte Bewilligung der Klinik nötig, um eine Kostenbefreiung zu erwirken.

Pflegefreistellung/ erweiterte Pflegefreistellung

Wichtig zu wissen ist, dass ein berufstätiger Elternteil, wenn sie/er als Begleitperson oder als Bezugsperson tagsüber das Patientenkind betreut, die gesetzlich zuerkannte Pflegefreistellung verwenden kann. Sie haben Anspruch bis zum Höchstmaß Ihrer Wochenarbeitszeit.
Die erweiterte Pflegefreistellung kann beansprucht werden, wenn das erkrankte Kind noch nicht zwölf Jahre alt ist. Diese erweiterte Pflegefreistellung ermöglicht eine weitere Woche Dienstfreistellung.
Sind beide Elternteile berufstätig, können beide Pflegefreistellung unabhängig beantragen (jedoch nicht gleichzeitig!). Sie müssen eine Meldung an Ihren Dienstgeber machen.

Finanzielle Hilfestellungen

Erhöhte Familienbeihilfe:
Wenn bei einem Kind eine onkologische Erkrankung festgestellt wird, besteht die Möglichkeit für einen gewissen Zeitraum die erhöhte Familienbeihilfe ("Gewährung des Erhöhungsbeitrages zur Familienbeihilfe wegen erheblicher Behinderung") - in Anspruch zu nehmen. Antrag und weitere Informationen bei der Sozialberatung.

Kosten rund um ambulante und stationäre Betreuung und Mitaufnahme von Begleitpersonen:

Pflegegeld
Pflegegeld wird gewährt, wenn das Kind während der Zeit der Erkrankung besonders pflegeaufwändig ist. Den Grad bzw. das Stundenausmaß der Pflege wird durch einen Gutachter - beauftragt von der PVA - festgestellt. Es ist besonders bei kleineren Kindern sehr schwierig, den zusätzlichen Aufwand der Pflege (welcher mind. ein Ausmaß von 65 Stunden betragen muss) festzustellen. Unter zusätzlichen Aufwand ist jene Zeit zu verstehen, welche über ein Maß an Versorgung eines gleichaltrigen gesunden Kindes liegt.

Private Vereine/Fonds/Spenden
Während der Zeit der Behandlung des Kindes oder Jugendlichen können große finanzielle Probleme auftauchen. In diesen Fällen können durch Anträge an Spendenorganisationen Zuschüsse für die Familie organisiert werden.

Kosten für Mitaufnahme einer Begleitperson
Sollte die Mitaufnahme einer Begleitperson direkt an der Klinik nicht möglich sein, gibt es nahegelegene Unterbringungsmöglichkeiten für Eltern, die durch die Kinder-Krebes-Hilfe für ihre Mitglieder finanziert werden, das sind die Stiftung Marienheim und das Ronald McDonalds-Haus.

Unterstützungsfonds der Krankenkassen
Bei einem geringen Familieneinkommen können Krankenhauskosten oder Rezeptgebühren usw. eingereicht werden.

Rezeptgebührenbefreiung
kann bei einem sehr geringen Familieneinkommen (2014 - Familieneinkommen für 2 Erwachsene und 1 Kind z.B. ca. 1.400,-- Euro) bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden.

Fahrtkostenrückerstattung
ist bei Fahrten mit dem Patientenkind von zu Hause ins Krankenhaus und retour bei der zuständigen Krankenkasse möglich. Verrechnet wird das halbe amtliche Km-Geld (derzeit € 0,21) ab dem 20. Kilometer der Wegstrecke. Es muss immer eine ärztliche Transportanweisung vorliegen.
Grundsätzlich können Sie mit Ihrem Kind mit der Rettung fahren. Die Kosten (je nach Versicherung) werden von der Krankenkasse bis auf einen Selbstbehalt von ca. 11 Euro (2013) übernommen.
Transportkosten zur Chemotherapie/ Bestrahlungen und auch Dialyse werden ohne Selbstbehalt durchgeführt (ärztliche Transportanweisung zu Serientransport notwendig).

Familienhospizkarenz/Pflegekarenz
Eine Möglichkeit für berufstätige Eltern, oder auch vom AMS betreute Elternteile ist die Möglichkeit über den Arbeitgeber (oder AMS) die Familienhospizkarenz zu beantragen. Diese Möglichkeit soll es Eltern, Adoptiv- oder Pflegeeltern ermöglichen ihr schwer erkranktes Kind zu Hause zu begleiten. Eine Lebensgefahr muss nicht vorliegen. Der Begriff "Kind" bezieht sich auf keine Altersgrenze.

Arbeitnehmerveranlagung ("Jahresausgleich")
Während die Familie erhöhte Familienbeihilfe bezieht, ist es möglich, im Rahmen der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung "Außerordentliche Belastungen bei Behinderung" geltend zu machen, d.h. eine Monatspauschale zu beanspruchen. (Bei Pflegegeldbezug wird das Pflegegeld von dieser Pauschale abgerechnet).
Wenn der Behinderungsgrad unter 50% festgestellt wurde, stehen je nach Grad der Behinderung Abestzbeträge zu.

Schuluntericht zu Hause
Während  der Zeit der Behandlung kann das Kind zeitweise die öffentliche Schule nicht besuchen. Es ist jedoch möglich, dass das Patientenkind zu Hause schulisch betreut wird. Um dies zu erreichen, muss ein Rehabilitationsantrag auf "Häuslichen Unterricht", beim Amt der Tiroler Landesregierung, gestellt werden. Die Kosten für die Lehrperson werden bei PflichtschülerInnen zum Teil vom Land Tirol übernommen (geringer Stundensatz).

Sonstige Hilfen
Dolmetscherdienste
können von der Klinik für fremdsprachige Familien organisiert werden.
Deutschkurse für Kinder und Jugendliche während des Klinikaufenthaltes für fremdsprachige PatientInnen können fallweise organisiert werden.

Berteuung für zu Hause
Familienhelferinnen - Haushaltshilfe - werden im Einzelfall auf Wunsch durch die Sozialberatung organisiert, ambulante KinderkrankenpflegerInnen im Einzelfall durch die Pflege der Station.

Was gilt für Südtiroler Familien

Siehe dazu Inforamtionen der Kinderkrebshilfeorganisationen Regenbogen bzw. Peter Pan.

Was gilt für Vorarlberger Familien

Für Vorarlberger Familien gelten sämtliche Bundesbestimmungen gleich, die Besonderheiten sind in den Landesbestimmungen wie z.B. bei der Organisation des "häuslichen Unterrichts" für krebskranke Kinder und Jugendliche. In diesen Fällen können Sie die SozialarbeiterInnen der Kinderklinik kontaktieren.

Parkplatz

Tiefgarage "Parken Innsbruck", Park and Ride Parkplätze bei der "Olympiaworld" oder am "Hafen".

Diese Informationen stammen von der Sozialberatung, der Uni. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, DAS Kurt Mann, der Sie auch gerne umfassend zu den oben genannten Hilfsangeboten berät.

Erreichbarkeit
Montag bis Freitag ca. 9:00 - 13:00 Uhr bzw. nach Termin

Tel.: +43 0(512) 504-23606 oder -82671
E-Mail: kurt.mann@uki.at
Büro: Kinderklinik, EG, Raum 108