| Michael berichtet: |
Am 10. Oktober 2000 erfuhr ich, dass ich an Leukämie erkrankt bin - ein Tag, den ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde. Zuerst konnte ich keine klaren Gedanken fassen und wusste nicht, wie es mit mir weiter gehen würde . Doch diese Frage wurde mir bald beantwortet, indem ich in das St. Anna Kinderspital in Wien gebracht wurde. Bei meiner Einlieferung waren alle Krankenschwestern und Ärzte dort sehr nett und freundlich zu mir, und fast jeder kannte meinen Namen, obwohl ich erst vor kurzem dort eingetroffen war. |
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| Nachdem ich in mein Zimmer geführt worden
war und ein ausführliches Gespräch mit dem damaligen Oberarzt hatte,
ging es von einer Untersuchung zur nächsten. Ein Tag, den ich mir sicher
nicht so vorgestellt hatte.
Erst am Abend, als ich erschöpft im Bett lag, wurde mir klar, wie sich
mein Leben jetzt umkrempeln würde. Ich wusste das, da eine sehr gute
Bekannte unsere Familie erst im Sommer die selbe Krankheit mit Erfolg
abgeschlossen hatte.
Nach einer Woche konnte ich dann erstmals wieder nach Hause. Höhen und Tiefen wurden in den nächsten Monaten überwunden. Nur um einige meiner damaligen Probleme, die ich hatte, aufzuzählen: |
| Anfangs musste ich Kortison schlucken, wobei das nichts Schlimmes ist. Die Ärzte meinten, ich würde jetzt sicher einige Kilogramm zunehmen. Doch leider wirkte sich das Medikament etwas anders bei mir aus, indem ich 17 kg innerhalb von 3 Wochen abnahm. Ich war ohne Kräfte, da ich neben meines Gewichtverlustes auch noch eine Nervenlähmung von einer der Chemotherapien erlitt. Physiotherapien und eine Magensonde, über die ich künstlich ernährt wurde, sollten mir wieder zu Kräften verhelfen, die ich nach ca. 3 Monaten auch hatte. Es war schrecklich für mich, eine Sonde zu tragen, da verstörte Blicke von Leuten und ständiges Kratzen im Hals nicht ausblieben. Auch die Nase putzen fiel mir schwer, weil die Sonde ja über die Nase in den Magen führte. |
Auch ständige Übelkeit bei gewissen Therapien quälten mich Tag und Nacht. Das wenigste Übel war wahrscheinlich, dass mir schon nach kurzer Zeit die Haare ausfielen. Auch meine Hauslehrer, die eigens von meiner Schule zu mir nach Hause kamen, "quälten" mich oft. Doch ich bin froh, dass es sie gibt, denn so muss ich dieses Schuljahr nicht wiederholen. Jetzt (02.05.2001) stehe ich am Ende meiner Intensivtherapie und mir fehlen nur noch Kopfbestrahlungen, die ich benötige, da meine Gehirnflüssigkeit zu sehr von Blasten befallen war. Nach etwas mehr als sieben Monaten ist endlich ein Ende in Sicht, wobei alle 2 Wochen Kontrolluntersuchungen zu meinem weiteren Lebensablauf gehören. Zuletzt möchte ich noch schreiben, wie fantastisch die Ärzte, Schwestern, Psychologen, Therapeuten und Lehrer im St. Anna Kinderspital arbeiten und ich in keinem anderen Krankenhaus lieber behandelt werden würde als in diesem. Diese Krankheit hat mich sicher um einiges reifer gemacht, und mir wurde erst jetzt klar, wie glücklich man sich schätzen kann gesund zu sein! |