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11.02.2008

Internationaler Kinderkrebstag am 15. Februar - Kinder-Krebs-Hilfe: Adäquate Nachsorge verbessert Lebensqualität ehemaliger krebskranker Kinder und Jugendlicher


250.000 Kinder erkranken weltweit jährlich an Krebs. Rund 250 davon in Österreich. Während hierzulande und in den übrigen westlichen Industrieländern die Heilungsrate bei beinahe 80 Prozent liegt, sterben in anderen Ländern noch rund zwei Drittel der Kinder durch unzureichende Diagnose und Behandlung. Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar betont die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe die große Bedeutung einer adäquaten Nachsorge für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien.

„Dank des medizinischen Fortschritts kann der Großteil der krebskranken Kinder und Jugendlichen in Österreich geheilt werden. Aber es geht nicht nur ums Überleben, sondern auch um die Qualität des Lebens nach überstandener Krankheit“, erklärt die Geschäftsführerin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe Anita Kienesberger. Durch die meist intensivmedizinische Behandlung geraten Betroffene regelmäßig an die Grenzen der Belastbarkeit. Angesichts der hohen Heilungschancen darf nicht übersehen werden, dass dieser Erfolg mit sehr einschneidenden Therapiemaßnahmen und enormen physischen und psychischen Belastungen für PatientInnen und Angehörige verbunden ist.

KrebspatientInnen leiden an Spätfolgen

Eine Krebserkrankung endet nicht, wenn die medizinische Intensivtherapie vorbei ist. Rund zwei Drittel der Überlebenden müssen mit vorübergehenden oder bleibenden Spätfolgen rechnen (z.B. Osteoporose, Unfruchtbarkeit, Beeinträchtigungen bei Nieren oder Herz, verzögertes Wachstum, Posttraumatisches Belastungssyndrom). Neben der medizinischen Nachbetreuung, die in erster Linie dem frühzeitigen Erkennen und Behandeln von Therapiefolgen und etwaigen Rezidiven dient, gewinnt zunehmend die psychosoziale Nachsorge an Bedeutung. „Psychosoziale Spätfolgen, die die innere Befindlichkeit, Selbstbild und Selbstwert, Fähigkeiten, Beziehungen oder auch die soziale und berufliche Situation beeinträchtigen, können auch Monate oder Jahre nach der Erkrankung auftreten bzw. bestehen bleiben“, erläutert Dr. Reinhard Topf, Psychologe am St. Anna Kinderspital in Wien. Dem muss mit therapeutischen Nachsorge-Angeboten wie Psychotherapie, Familien- oder Paarberatung oder einer familienorientierten Nachsorgerehabilitation entgegen gewirkt werden.

Nachsorge-Broschüre „Leben mit und nach dem Krebs“

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe bietet krebskranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien eine Reihe auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppen abgestimmte Nachsorge-Angebote. „In therapeutischen, erlebnispädagogischen Camps sollen die TeilnehmerInnen lernen, ihr Leben wieder selber in die Hand zu nehmen, mit ihren Ängsten umzugehen und Selbstvertrauen aufzubauen. Die betroffenen Familien sollen dabei unterstützt werden, mit ihren oft schmerzlichen Erfahrungen und neuen Lebensbedingungen besser zurechtzukommen und eine hohe Lebensqualität zu erreichen“, legt Kienesberger ihre Zielsetzungen dar.
Die Broschüre „Leben mit und nach dem Krebs“ kann kostenlos bestellt werden per E-Mail: dachverband@kinderkrebshilfe.at oder per Telefon: 01/402 88 99-0.

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH)

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist eine Interessensvertretung für krebskranke Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien. Der gemeinnützige Verein wurde 1988 als Dachverband von sechs regionalen Landesverbänden (Wien/Niederösterreich/Burgenland; Oberösterreich; Salzburg; Steiermark; Kärnten; Tirol/Vorarlberg/Südtirol) ins Leben gerufen wurde.

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist Mitglied der Internationalen Vereinigung von Kinder-Krebs-Hilfsorganisationen, der ICCCPO (International Confederation of Childhood Cancer Parents' Organisations), und seit September 2005 durch ÖKKH- Geschäftsführerin Anita Kienesberger auch in deren Vorstand vertreten.

Presserückfragen:

MMag.ª Monika Kehrer, MAS; Öffentlichkeitsarbeit
Fon: + 43-1- 402 88 99

Anita Kienesberger, Geschäftsführerin
Mobil: +43-664 524 60 02

m.kehrer@kinderkrebshilfe.at
www.kinderkrebshilfe.at