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01.07.2008

"Fühle mich wie unter meines Gleichen" - Kinder-Krebs-Hilfe: Start von sommerlichen Nachsorge-Camps für krebskranke Kinder und Jugendliche sowie deren Geschwister


Kinder-Krebs-Hilfe: Start von sommerlichen Nachsorge-Camps für krebskranke Kinder und Jugendliche sowie deren Geschwister

Wien, 01.07.2008: Am 6. Juni 2008 geht es für rund 25 Kinder und Jugendliche aus ganz Österreich wieder für zehn Tage nach Eben im Pongau (Sbg.). Obwohl auch Spaß, Spiele, Lagerfeuer und jede Menge Kreativangebote am Programm des „Onki-Camp“ stehen, handelt sich nicht um ein herkömmliches Ferienlager: Die TeilnehmerInnen im Alter von 8 bis 18 Jahren sind alle an Krebs erkrankt und haben vor kurzem ihre Intensivtherapie im Spital abgeschlossen.

Seit vielen Jahren bietet die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe rund 200 krebskranken Kindern und Jugendlichen und deren Geschwistern mit ihren Nachsorge-Projekten Hilfe für die Zeit nach Therapie und Krankenhaus. „In therapeutischen, erlebnispädagogischen Camps sollen die TeilnehmerInnen lernen, ihr Leben wieder selber in die Hand zu nehmen, mit ihren Ängsten umzugehen und Selbstvertrauen aufzubauen“, erklärt Anita Kienesberger, Geschäftsführerin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe.

Krebserkrankung und ihre Folgen thematisieren

Das jährlich stattfindende „Onki-Camp“ bildet – gemeinsam mit dem Geschwister-Camp „Kanu“ - den Auftakt der zwölf Nachsorge-Projekte (sechs Angebote für betroffene Kinder und Jugendliche, sechs Angebote für Geschwister) der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe. Dabei lernen die TeilnehmerInnen auf spielerische Art und Weise wieder Vertrauen in sich und ihren Körper zu gewinnen sowie Erfahrungen untereinander ausgetauscht. „Ich fühle mich hier immer wie unter meines Gleichen. Man muss hier niemanden erklären, was es bedeutet Krebs gehabt zu haben. Normalerweise kann ich nie so frei über meine Krankheit reden wie hier“, erzählt Camp-Teilnehmerin Helene.

Die Krebserkrankung und ihre Folgen werden in diesen zehn Tagen auf unterschiedliche Weise thematisiert – von psychotherapeutisch begleiteten Spielen und Gesprächen, outdoorpädagogischen Übungen bis hin zu Kreativgruppen und Reflexionsrunden. „Dazu braucht es natürlich ein professionelles Team, bestehend aus zwei Leitungspersonen, sechs BetreuerInnen, einem Psychotherapeut und einem Arzt“, ist Kienesberger überzeugt.

An den Rand gedrängt

Auch Geschwister leiden oft sehr stark unter der Krankheit ihrer Bruder oder Schwester. Sie fühlen sich oft an den Rand gedrängt: Sorge, Aufmerksamkeit und Kraft der Eltern gelten in erster Linie dem zu behandelnden, kranken Kind. In den sechs – speziell für Geschwister konzipierten Nachsorge-Camps – erfahren die TeilnehmerInnen die so nötige ungeteilte Aufmerksamkeit und Stärkung durch andere, die Ähnliches erlebt haben.

Mehr zum Nachsorge-Angebot der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe finden Sie auf www.kinderkrebshilfe.at oder in der Broschüre „Leben mit und nach dem Krebs“. Kostenlos zu bestellen per E-Mail: dachverband@kinderkrebshilfe.at oder per Telefon: 01/402 88 99-0.

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH)

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist eine Interessensvertretung für krebskranke Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien. Der gemeinnützige Verein wurde 1988 als Dachverband von sechs regionalen Landesverbänden (Wien/Niederösterreich/Burgenland; Oberösterreich; Salzburg; Steiermark; Kärnten; Tirol/Vorarlberg/Südtirol) ins Leben gerufen wurde.