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12.02.2009

"Kein Kind sollte leiden" - Kinder-Krebs-Hilfe: 8. Internationale Kinderkrebstag stellt Chancen für krebskranke Kinder in Entwicklungsländern in den Vordergrund


Wien, 12.02.2009: Während in Österreich und in den übrigen westlichen Industrieländern die Heilungsrate von krebskranken Kindern und Jugendlichen bei beinahe 80 Prozent liegt, sterben in Entwicklungsländern auch heute noch acht von zehn betroffene Kinder durch unzureichende Diagnose und Behandlung. „Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar wollen wir auf die World Child Cancer Foundation (WCCF) aufmerksam machen, die Hilfsprojekte für die Krebsbehandlung von Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländer initiiert und finanziert“, betont Anita Kienesberger, Geschäftsführerin der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe.

Neben dem Fehlen einer angemessenen medizinischen Versorgung, gibt es zahlreiche weitere Gründe für die hohe Sterblichkeitsrate: So kommt es häufig zu einem Therapieabbruch, da sich die Eltern den Krankenhausaufenthalt nicht leisten können oder das Verständnis für die notwendige Konsequenz in der Therapie fehlt. Auch an den toxischen Nebenwirkungen der Medikamente versterben viele Kinder. Zudem wird bei vielen der jungen Patientinnen und Patienten die Diagnose erst zu einem Zeitpunkt gestellt, an dem die Krankheit schon weit fortgeschritten ist, da die Symptome oft nicht erkannt werden. Eine psychosoziale Betreuung betroffener Familien fehlt meist gänzlich.

Word Child Cancer Foundation – „No child should suffer“

„Wir sehen es als unsere Pflicht, dazu beizutragen, dass auch diese Länder von den medizinischen Fortschritten in den Industriestaaten profitieren können. Innerhalb der ICCCPO, dem internationale Dachverband der Kinder-Krebs-Hilfe-Organisationen, gründeten wir deshalb eine eigene Gruppe, die Hilfsprojekte für die Krebsbehandlung von Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländer initiiert: die World Child Cancer Foundation (WCCF)“, erklärt Kienesberger die Beweggründe. Finanziert wird die Einrichtung durch die einzelnen Länderorganisationen sowie über international tätige Sponsoren und Sponsorinnen.

Ein wichtiges Anliegen des WCCF ist auch die Palliativ-Pflege. Wenn es für Kinder keine Überlebenschance mehr gibt, dann sollten sie die bestmögliche Betreuung und Schmerzbehandlung erfahren. Denn der Leitspruch des WCCF lautet: „No child should suffer“.

Zwei Pilotprojekte in Kolumbien und Malawi

Derzeit arbeitet der WCCF an zwei Pilotprojekten: Das erste Projekt findet am Instituto Nacional de Cancerología in der kolumbischen Hauptstadt in Bogota statt. Der Schwerpunkt des Projektes, liegt zunächst auf der Kinder-Krebserkrankung akute lymphatische Leukämie (ALL), der häufigsten Leukämieform bei Kindern und Jugendlichen. Heute können in Kolumbien nur 45 Prozent der Kinder, die daran erkranken geheilt werden, obwohl es ich um eine gut therapierbare Krebsform handelt (Industrieländer: über 90 Prozent Heilungsrate).

Das zweite Projekt wird im südostafrikanischen Staat Malawi umgesetzt. Krebskranke Kinder werden im Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre behandelt. Ziele dieses Projektes sind die Etablierung einer umfassenden medizinischen Versorgung und einer verbesserten Diagnosestellung und Schulung des Personals.

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH)

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist eine Interessensvertretung für krebskranke Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien. Der gemeinnützige Verein wurde 1988 als Verband der sechs regionalen Landesverbänden (Wien/Niederösterreich/Burgenland; Oberösterreich; Salzburg; Steiermark; Kärnten; Tirol/Vorarlberg) ins Leben gerufen wurde.

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist Mitglied der Internationalen Vereinigung von Kinder-Krebs-Hilfsorganisationen, der ICCCPO (International Confederation of Childhood Cancer Parents' Organisations), und seit September 2005 durch ÖKKH- Geschäftsführerin Anita Kienesberger auch in deren Vorstand vertreten.

Presserückfragen:

MMag.ª Monika Kehrer, MAS; Öffentlichkeitsarbeit
Fon: + 43-1- 402 88 99

Anita Kienesberger, Geschäftsführerin
Mobil: +43-664 524 60 02

m.kehrer@kinderkrebshilfe.at
www.kinderkrebshilfe.at