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15.02.2017

„Weiß sehen.“ – Aufklärung für Eltern über Augenkrebs bei Kindern


Weißliche Pupillen sind besonders auf Fotos ein Alarmzeichen!

Wien, 15. Februar 2017 – Nina wirkt wie ein ganz gesundes Baby. Sie plappert gerne und hat gerade angefangen zu krabbeln. Doch die weißlich verfärbte Pupille auf einem Foto kommt ihrer Mutter so merkwürdig vor, dass sie mit Nina zum Arzt geht – und ihr damit das Leben rettet. Das kleine Mädchen leidet an Augenkrebs. Die Kampagne „Weiß sehen.“ der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH) klärt über die Symptome des lebensbedrohlichen Tumors (Retinoblastom) auf.

Ninas Geschichte spiegelt wider, wie es den etwa fünf Kindern geht, die pro Jahr in Österreich an einem Retinoblastom erkranken: viele Mädchen und Buben trifft die Diagnose noch vor dem 2. Lebensjahr. „Eltern bemerken eine Farbveränderung der Pupille oder andere Symptome meist als erste, können diese aber oft nicht einordnen. Deshalb ist es so wichtig, auf diese seltene Erkrankung hinzuweisen“, erklärt Dr. Petra Ritter-Sovinz, Kinderonkologin am Universitatsklinikum Graz. Um eine Erblindung und Metastasen zu verhindern, ist es wichtig, bei einer weiß-gelb oder weiß-grau verfärbten Pupille umgehend eine/n ÄrztIn aufzusuchen.

Blitzlicht macht Pupillen-Verfärbung sichtbar
Die Pupillen-Verfärbung – auch „Katzenauge“ (Leukokorie) genannt – ist bei starkem Lichteinfall erkennbar. Besonders häufig wird sie auf Fotos entdeckt. Bei Augenkrebs erscheint die Pupille auf frontal aufgenommenen Blitzlichtbildern weiß – anstatt schwarz wie eine gesunde Pupille. Weitere mögliche Hinweise auf ein Retinoblastom sind Schielen, gerötete und schmerzende Augen sowie eine Erweiterung einer der beiden Pupillen. Auch eine Einschränkung der Sehkraft wird mitunter bemerkt.

Wichtig ist es, bei diesen Symptomen auf eine umgehende Untersuchung durch AugenärztInnen zu bestehen. Denn rechtzeitig erkannt, liegen die Heilungschancen bei 95 Prozent. Je später ein Retinoblastom diagnostiziert wird, desto schlechter stehen die Chancen, das Auge zu erhalten und desto langwieriger ist die Behandlung. „Unser Ziel ist die Sensibilisierung für die Erstsymptome“, erklärt Anita Kienesberger, Geschäftsführerin der ÖKKH, anlässlich des heutigen Internationalen Kinderkrebstages. „Augenkrebs ist leicht zu erkennen, wenn man darüber informiert ist.“

Kinder unter 5 Jahren betroffen

Retinoblastome treten fast ausschließlich bei Kindern unter fünf Jahren auf und entstehen durch einen Fehler bei der Entwicklung der Netzhautzellen. Bei 60 Prozent der Betroffenen entsteht der Tumor spontan in einem Auge ohne genetische Vorbelastung (unilaterales Retinoblastom). Bei den restlichen 40 Prozent handelt es sich um eine vererbbare Form, die in beiden Augen zu Tumoren führen kann (bilaterales Retinoblastom).

Im Zuge der Informations-Kampagne „Weiß sehen“ erhalten Kinder- und Augenarztpraxen Info-Materialien, Flyer und Plakate über das Retinoblastom. Die ÖKKH widmet dem Thema auf ihrer Internetseite eine eigene Rubrik (http://www.kinderkrebshilfe.at/augenkrebs) und lässt Survivors selbst über ihre Erfahrungen berichten (https://www.facebook.com/OesterreichischeKinderKrebsHilfe). Für Betroffene und ihre Familien wird eine eigene Plattform initiiert: http://www.kinderkrebshilfe.at/augenkrebs/dabei-sein-survivors

Auf Anfrage vermitteln wir sehr gerne Kontakt zu Betroffenen und ExpertInnen. Interview mit betroffener Mutter und Retinoblastom-Survivor: https://www.youtube.com/watch?v=DVkRq3n99Tc

Digitale Pressemappe:
http://smoonr.com/kinderkrebshilfe/
Passwort: retinoblastom2017

Über die ÖKKH
Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe ist eine Interessensvertretung für krebskranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Der gemeinnützige Verein wurde 1988 als Verband von sechs regionalen Landesverbänden (Wien/NÖ/Bgld.; Oberösterreich; Salzburg; Steiermark; Kärnten; Tirol/Vorarlberg) gegründet.

Bildnachweis:
Bild: Weiße Pupille auf Blitzlichtfotos ist Warnzeichen für Augenkrebs bei Kindern (Copyright: KinderAugenKrebsStiftung)