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14.02.2013

Internationaler Kinderkrebstag: 10 Jahre Survivors in Österreich


Überlebende von Kinderkrebserkrankungen ziehen Bilanz

Wien, 14.02.2013: Vor zehn Jahren schlossen sich junge Frauen und Männer, die in ihrer Kindheit bzw. Jugend an Krebs erkrankt waren, zur Gruppe der „Survivors“ zusammen, um sich untereinander auszutauschen und ihren Anliegen eine Stimme zu verleihen. Den Internationalen Kinderkrebstag, der jedes Jahr am 15. Februar begangen wird, nehmen die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe und die Survivors zum Anlass, um Bilanz zu ziehen und ihr erfolgreichstes Projekt vorzustellen.

10 Jahre Survivors - was ist passiert?
Seit dem Jahre 2003 geben die Survivors betroffenen Jugendlichen in regelmäßigen Treffen, Workshops und gemeinsamen Aktivitäten die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Außerdem geht es ihnen darum, Informationen und Wissen weiterzugeben, Aufklärungsarbeit zu leisten bzw. Freizeitaktivitäten zu organisieren. „Für mich ist und war dieser Austausch mit gleich Betroffenen die größte Motivation, mich bei den Survivors zu engagieren“, erzählt Sabine Karner. Ein besonderes Projekt der Survivors ist die Betreuung von krebskranken Kindern und Jugendlichen in den Krankenhäusern, um sie im Umgang mit der Erkrankung während und nach der Therapie zu unterstützen.

Projekt „Betreuung von Betroffenen im Krankenhaus“
2006 hat die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe gemeinsam mit den Survivors das Projekt „Betreuung von Betroffenen im Krankenhaus“ ins Leben gerufen. In einem speziellen Trainingslehrgang werden Survivors darauf vorbereitet, ihre persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit für die regelmäßige Betreuung krebskranker Kinder und Jugendlicher im Krankenhaus einsetzen zu können. Neben der gebotenen professionellen medizinischen und psychologischen Hilfe im Krankenhaus sollen die Patientinnen und Patienten über den Kontakt und über Gespräche mit Menschen, die Ähnliches durchgestanden haben, eine zusätzliche Stütze erhalten. „Durch uns wird deutlich, dass  es möglich ist, diese schwierige Zeit der Therapie zu überstehen und es sich lohnt, zu kämpfen“, erklärt die Survivorin Carina Schneider die Grundidee des Projektes.

Nachsorge als Vorsorge
Während vor 1970 nur wenige Kinder mit der Diagnose „Krebs“ überlebten, können heute mehr als drei Viertel der jungen PatientInnen geheilt werden. Mit den verbesserten Überlebenschancen rückt die Frage nach der Lebensqualität und auch einer adäquaten Nachsorge dieser ehemaligen Krebspatienten und -patientinnen immer mehr in den Mittelpunkt. Rund zwei Drittel leiden an gewissen Gesundheitsbeeinträchtigungen, ein Viertel durchaus an gravierenden Spätfolgen. Eine gute Nachsorge ermöglicht es, Gesundheitsstörungen als Folge der Krebserkrankung selbst oder der Therapie sowie eventuelle Rezidive frühzeitig zu entdecken. „Krebsnachsorge ist somit zugleich Krankheitsvorsorge“, erklärt Univ. Doz. Dr. Michael Dworzak, leitender OA im St. Anna Kinderspital. „Da immer mehr Kinderkrebspatienten überleben und etwaige Spätfolgen erst im Erwachsenenalter auftreten, stellen die funktionierende Zusammenarbeit und der Austausch zwischen der ehemals behandelnden Kinderonkologie und der Erwachsenenmedizin eine wichtige Aufgabe dar.“

Ausblick
Künftig wollen sich die Survivors vermehrt in die Diskussion zum Thema „Nachsorge“ einbringen. „Für uns ist ein ganz wichtiges Thema, dass die medizinische und psychosoziale Nachsorge in unserem Sinne organisiert ist, um unsere Lebensqualität zu verbessern und bei auftretenden gesundheitlichen Problemen rasch und adäquat  reagieren zu können“, erklärt Karner.

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@ Foto Frankl